Vergleich
KanzKI oder Clara: KI-Agent für E-Mail und DATEV oder Kanzlei-KI mit eigenem Server?
Was Clara von Intoconvo laut Anbieter übernimmt, wo sie Daten verarbeitet, wie beide § 203 StGB erfüllen und wann KanzKI oder Clara die bessere Wahl ist.
Wir sind der Anbieter von KanzKI. Dieser Vergleich kann deshalb nicht neutral sein, aber er kann ehrlich sein: Jede Aussage über den anderen Anbieter stammt von dessen eigenen Seiten, ist unten als Quelle verlinkt und trägt ein Datum. Wo der andere Anbieter vorn liegt, steht das da.
Stand · 9 Minuten Lesezeit · 5 Quellen
Clara ist ein KI-Agent für Steuerkanzleien, der laut Anbieter im E-Mail-Eingang und in DATEV arbeitet: Mails sortieren, Antworten entwerfen, Anhänge im DATEV DMS ablegen, Buchungs- und Lohndaten lesen. KanzKI ist eine Kanzlei-KI auf einem eigenen Server in Deutschland, die die Unterlagen der Kanzlei liest, mit Fundstelle antwortet, Gesetze und BFH-Urteile zitiert und Fristen aus Bescheiden rechnet. Beide Anbieter erfüllen nach eigener Angabe § 203 StGB und § 62a StBerG und legen ihren Vertrag offen. Wer den E-Mail-Prozess entlasten will, findet bei Clara mehr; wer nachprüfbare Antworten aus Akten und einen Server nur für die eigene Kanzlei will, findet bei KanzKI mehr.
Was ist Clara?
Clara ist ein KI-Agent der Intoconvo GmbH für Steuerkanzleien. Laut der Startseite und den häufigen Fragen des Anbieters prüft Clara Bescheide gegen die Erklärung, recherchiert mit amtlicher Fundstelle, liest Zahlen aus DATEV Rechnungswesen sowie Lohn und Gehalt, schreibt Mandantenpost im Stil der Kanzlei und legt Dokumente im DATEV DMS ab. Im Hintergrund klassifiziert sie eingehende E-Mails, schreibt Antwortentwürfe und führt zu jeder Anfrage eine Aufgabe mit Checkliste. Sie arbeitet in Outlook über ein Add-in, in einer Web-App mit Chat und per Diktat. Versendet wird laut Anbieter nichts ohne Freigabe durch einen Menschen in der Kanzlei.
Zu Fristen schreibt Clara in ihren häufigen Fragen: Nennt ein Absender in seiner Mail eine Frist, übernimmt Clara sie mit dem Wortlaut in die Aufgabe; gesetzliche Fristen berechnet Clara nicht, und die Fristenkontrolle in DATEV bleibt bei der Kanzlei. Zur Einführung nennt der Anbieter zwei bis vier Wochen mit einer Woche Schattenbetrieb.
Zu den Daten ist das Trust Center von Clara ausführlich. Anwendung, Datenbank und Dateien laufen laut Anbieter auf Google Cloud in Frankfurt; die Sprachmodelle laufen über Amazon Bedrock in Frankfurt und Google Vertex AI in Belgien und den Niederlanden, darunter Modelle von Anthropic, ein offenes Modell von OpenAI und Modelle von Google, betrieben von Amazon und Google ohne Zugriff der Modellhersteller. Mandantendaten fließen laut Anbieter nicht ins Training und werden beim Modellanbieter nicht dauerhaft gespeichert; Clara selbst speichert verschlüsselte Kopien der verarbeiteten E-Mails und Anhänge für die Vertragsdauer, Sicherungskopien liegen bei AWS in Irland. Ein Produktanalyse-Dienst mit Sitz in den USA erhält laut Trust Center Namen, E-Mail-Adressen und Nutzungsereignisse, aber keine Inhalte. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung steht als PDF öffentlich, mit einer Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 203 Abs. 4 StGB als § 6; eine eigene ISO-27001-Zertifizierung hat Intoconvo laut eigener Angabe nicht, die Rechenzentrumsanbieter haben sie. Das Preismodell ist laut Anbieter je Nutzer und Monat in zwei Stufen, mit DATEV-Anbindung teurer, ab zehn Nutzern individuell, mit 14 Tagen Test.
Der Vergleich im Überblick
| Kriterium | Clara | KanzKI |
|---|---|---|
| Wo werden Eingaben verarbeitet? | Laut Trust Center auf Google Cloud in Frankfurt; Sprachmodelle über Amazon Bedrock (Frankfurt, innerhalb der EU verteilt) und Google Vertex AI (Belgien, Niederlande); Sicherungskopien bei AWS in Irland. Geteilte Plattform für alle Kanzleien, getrennt in der Datenbank. | Die Dokumente liegen auf dem eigenen Server der Kanzlei in Deutschland, der nur dieser Kanzlei gehört. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an Mistral in Frankreich oder an OpenAI über die Europa-Region, also an Rechenzentren in Europa. |
| Werden Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt? | Beim Modellanbieter laut Clara weder Training noch dauerhafte Speicherung. Clara selbst speichert verschlüsselte Kopien von E-Mails, Anhängen und Chats für die Vertragsdauer, Löschung innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende. | Nein. Zero Data Retention bei Mistral und bei OpenAI: Frage und Antwort werden nach der Antwort nicht gespeichert und nicht zum Training genutzt. Die Dokumente liegen nur auf dem Server der Kanzlei. |
| Vertrag nach § 62a StBerG | Ja, laut Anbieter: Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 203 Abs. 4 StGB als § 6 des öffentlichen Vertrags zur Auftragsverarbeitung, § 62a StBerG parallel erfüllt; die Verträge mit den Rechenzentrumsanbietern auf Anfrage. | Ja. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG, öffentlich unter kanzki.de/avv; die Kanzlei stimmt beim ersten Anmelden zu. |
| Eigene Kanzlei-Unterlagen durchsuchbar | E-Mails, Anhänge und mit DATEV-Anbindung die DATEV-Akte, laut Anbieter aktenübergreifend durchsuchbar; Dokumente aus dem Chat. | Ja. Kanzleihandbuch, Mandantenakten, Bescheide, Verträge und Tabellen, je Mandant ein Arbeitsbereich. |
| Fundstelle zu jeder Antwort | Bei Fachfragen laut Anbieter mit amtlicher Fundstelle; jede Klassifikation und Ablage ist laut Anbieter nachvollziehbar protokolliert. | Ja. Jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle. |
| Amtliche Quellen (Gesetze, BFH) | Laut Anbieter eine Gesetzesdatenbank und Recherche mit amtlicher Fundstelle. | Ja. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert. |
| Fachdatenbank eines Verlags | Nein. | Nein. KanzKI hat keine Kommentare und keine Verlagsinhalte. |
| DATEV-Anbindung | Ja, laut Anbieter lesend und schreibend: Ablage im DATEV DMS, Lesen von Rechnungswesen sowie Lohn und Gehalt, Buchungsstapel zum Import, über DATEVconnect und ein Gateway eines Drittanbieters. | Lesend: Buchungsdaten eines Mandanten aus DATEV Rechnungswesen übernehmen und im Chat danach fragen. KanzKI schreibt nichts nach DATEV zurück. |
| Ein Zugang je Person, Team-Verwaltung | Ja, Anmeldung über Microsoft Entra ID, auch geteilte Funktions-Mailkonten; Kanzleiwissen wahlweise je Person oder für alle. | Ja. Jede Person hat ihren eigenen Zugang, der Admin der Kanzlei lädt per E-Mail ein; Chats und Dokumente sind privat oder für das Team. |
| Sprachmodell dahinter | Mehrere Modelle, laut Trust Center von Anthropic, OpenAI (offenes Modell), Google und anderen, betrieben über Amazon Bedrock und Google Vertex AI; die Auswahl ändert sich laut Anbieter mehrmals im Jahr. | Wahl je Kanzlei: GPT-5.6 Sol von OpenAI über die Europa-Region oder Mistral Large von Mistral AI aus Frankreich. |
| Preismodell in Worten | Laut Anbieter je Nutzer und Monat in zwei Stufen, mit DATEV-Anbindung teurer, ab zehn Nutzern individuell; monatlich oder jährlich. | Ein fester Betrag je Kanzlei und Monat, nicht je Nutzer; Testphase vorab, Konditionen im Demo-Termin. |
Wann Clara die bessere Wahl ist
Wenn der E-Mail-Eingang das Problem ist, liegt Clara vorn. Clara sortiert eingehende Mails, ordnet sie laut Anbieter dem Mandanten zu, legt Anhänge im DATEV DMS ab, schreibt Antwortentwürfe im Stil der Kanzlei und hakt fehlende Unterlagen ab, wenn sie eintreffen. KanzKI tut nichts davon: Es hat keinen Zugriff auf E-Mails, und es schreibt nichts nach DATEV. Eine Kanzlei, deren Fachkräfte den halben Tag im E-Mail-Eingang verbringen, bekommt bei Clara die Entlastung, die KanzKI nicht bietet.
Auch bei DATEV reicht Clara weiter. Laut Anbieter liest sie Rechnungswesen sowie Lohn und Gehalt, erzeugt Buchungsstapel zum Import und legt in der Akte ab. KanzKI holt die Buchungsdaten eines Mandanten lesend herüber, damit man im Chat danach fragen kann; mehr nicht. Wer seine Arbeit mit DATEV automatisieren will, ist bei Clara richtig.
Dazu kommt, dass Clara beim Datenschutz vieles richtig macht und es offen dokumentiert: ein öffentlicher Vertrag mit Verschwiegenheitsverpflichtung, Verarbeitung in der EU, kein Training, eine nachprüfbare Liste der Unterauftragsverarbeiter. Das ist mehr, als viele Anbieter zeigen.
Wann KanzKI die bessere Wahl ist
KanzKI ist die bessere Wahl, wenn die Kanzlei einen Server will, der nur ihr gehört. Clara läuft laut Trust Center als eine Plattform für alle Kanzleien bei Google Cloud, getrennt in der Datenbank; KanzKI richtet für jede Kanzlei einen eigenen Server in Deutschland ein, auf dem nur ihre Dokumente liegen. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an das gewählte Modell, und danach wird nichts gespeichert, bei beiden Anbietern, zwischen denen die Kanzlei wählen kann. Clara speichert laut eigener Angabe verschlüsselte Kopien der E-Mails und Anhänge für die Vertragsdauer, was sie für ihre Arbeit braucht. Welche der beiden Bauweisen § 62a StBerG besser erfüllt, bewerten Kanzleien unterschiedlich; Clara schreibt in seinen häufigen Fragen selbst, dass es auf den Vertrag ankommt, nicht auf den Standort der Hardware. Wir halten den eigenen Server trotzdem für den einfacheren Nachweis.
KanzKI ist auch die bessere Wahl für Fragen an das Archiv. Das Kanzleihandbuch, die Akten je Mandant, Verträge, Tabellen und die Buchungsdaten liegen dauerhaft in KanzKI, und jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite. Fristen, die in einem Bescheid stehen, findet KanzKI und rechnet sie nach der Abgabenordnung, mit Bekanntgabefiktion und Wochenendverschiebung, bevor ein Mensch sie bestätigt; Clara berechnet laut eigener Angabe keine gesetzlichen Fristen. Auswertungen über einen Stapel Belege liefert KanzKI als Excel-Datei. Und das Modell ist bei KanzKI eine klare Wahl der Kanzlei zwischen zwei genannten Anbietern, bei Clara eine Auswahl, die sich laut Anbieter mehrmals im Jahr ändert.
Was Kanzleien oft übersehen
Zwei Werkzeuge, zwei Verträge. Clara und KanzKI lösen verschiedene Aufgaben; manche Kanzlei wird beide wollen. Dann gibt es zwei Verträge nach § 62a StBerG, zwei Listen von Unterauftragsverarbeitern und zwei Stellen, an denen Mandantendaten liegen. Das ist kein Grund dagegen, aber ein Grund, es bewusst zu entscheiden.
Ein Agent handelt. Clara klassifiziert, sortiert und entwirft laut Anbieter im Hintergrund nach Regeln, und die Freigabe bleibt beim Menschen. Das ist richtig gebaut. Trotzdem ändert ein Werkzeug, das in jede eingehende Mail schaut, die Arbeitsweise der Kanzlei stärker als ein Werkzeug, das Fragen beantwortet. Planen Sie die Einführung entsprechend; Clara nennt dafür selbst zwei bis vier Wochen.
Die Modellliste ändert sich. Für die Prüfung nach § 62a StBerG ist es ein Unterschied, ob der Vertrag zwei Anbieter nennt oder eine Plattform, auf der die Modelle wechseln. Beides kann in Ordnung sein; lesen Sie, was im Vertrag steht und was auf einer Webseite.
Die Schulungspflicht gilt für beide Werkzeuge. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Mitarbeiter; mehr dazu im Leitfaden zur KI-Kompetenz. Was die Zusage „keine dauerhafte Speicherung beim Modellanbieter“ bedeutet, erklärt der Leitfaden zu Zero Data Retention.
Wer prüft die Antwort. Bei beiden Werkzeugen entscheidet ein Mensch: bei Clara über den Entwurf, bei KanzKI über die Antwort mit Fundstelle. Der Unterschied ist, was geprüft wird: eine Mail, die gleich rausgeht, oder eine Aussage mit Fußnote auf die Seite im Bescheid.
Häufige Fragen
Was macht Clara, was KanzKI nicht macht?
Clara arbeitet laut Anbieter im E-Mail-Eingang der Kanzlei: Sie sortiert eingehende Mails, entwirft Antworten im Stil der Kanzlei, legt Anhänge im DATEV DMS ab und liest DATEV Rechnungswesen sowie Lohn und Gehalt. KanzKI hat keinen Zugriff auf E-Mails und schreibt nichts nach DATEV. Wer vor allem seinen E-Mail-Eingang entlasten will, ist bei Clara richtig.
Was macht KanzKI, was Clara nicht macht?
KanzKI läuft auf einem eigenen Server je Kanzlei in Deutschland, hält dort das ganze Archiv der Kanzlei nach Mandanten und antwortet mit Fußnote auf die Seite. Fristen aus Bescheiden rechnet KanzKI nach der Abgabenordnung; Clara übernimmt laut eigener Angabe nur Fristen, die eine Mail nennt, und berechnet keine gesetzlichen Fristen. Auswertungen liefert KanzKI als Excel-Datei.
Wo liegen meine Daten bei Clara?
Laut Trust Center bei Google Cloud in Frankfurt; die Sprachmodelle laufen über Amazon Bedrock und Google Vertex AI in EU-Regionen, Sicherungskopien liegen bei AWS in Irland. Clara speichert verschlüsselte Kopien verarbeiteter E-Mails und Anhänge für die Vertragsdauer. Bei KanzKI liegen die Dokumente auf einem Server, der nur Ihrer Kanzlei gehört.
Erfüllen beide § 203 StGB und § 62a StBerG?
Beide sagen das zu, und beide legen den Vertrag offen: Clara im Trust Center mit einer Verschwiegenheitsverpflichtung als § 6 des Vertrags zur Auftragsverarbeitung, KanzKI unter kanzki.de/avv. Lesen Sie beide Verträge, bevor Sie sich entscheiden; die Prüfung bleibt Sache Ihrer Kanzlei.
Kann ich beide zusammen nutzen?
Technisch spricht nichts dagegen, weil Clara im E-Mail-Eingang und in DATEV arbeitet und KanzKI mit den Unterlagen auf dem eigenen Server. Ob zwei KI-Verträge und zwei Werkzeuge für Ihre Kanzlei sinnvoll sind, ist eine Frage des Aufwands, nicht der Technik.
Quellen
Dieser Vergleich gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter wieder; Produkte ändern sich, und wir prüfen die Angaben regelmäßig nach. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an support@code15gmbh.de.
Weitere Vergleiche
KanzKI und ChatGPT
KanzKI oder ChatGPT: Darf eine Steuerkanzlei ChatGPT nutzen, und wofür?
Was ChatGPT in den Tarifen Plus, Business und Enterprise mit Eingaben tut, was § 62a StBerG verlangt und wo KanzKI oder ChatGPT die bessere Wahl ist.
KanzKI und Haufe CoPilot Tax
KanzKI oder Haufe CoPilot Tax: Fachdatenbank oder eigene Unterlagen?
Was Haufe CoPilot Tax laut Haufe kann, wo die Eingaben verarbeitet werden und wann KanzKI oder der KI-Assistent des Haufe Steuer Office die bessere Wahl ist.
KanzKI und Deubner Tax KI
KanzKI oder Deubner Tax KI: Expertisen-Datenbank oder Mandantenakte?
Was die Deubner Tax KI laut Deubner leistet, wie sie mit Eingaben umgeht und wann KanzKI oder die Deubner Tax KI für Ihre Kanzlei die bessere Wahl ist.
Lieber am eigenen Fall vergleichen? 30 Minuten genügen.
Oder anrufen: 0151 676 23 894 · werktags 9–18 Uhr