Vergleich

KanzKI oder Haufe CoPilot Tax: Fachdatenbank oder eigene Unterlagen?

Was Haufe CoPilot Tax laut Haufe kann, wo die Eingaben verarbeitet werden und wann KanzKI oder der KI-Assistent des Haufe Steuer Office die bessere Wahl ist.

Wir sind der Anbieter von KanzKI. Dieser Vergleich kann deshalb nicht neutral sein, aber er kann ehrlich sein: Jede Aussage über den anderen Anbieter stammt von dessen eigenen Seiten, ist unten als Quelle verlinkt und trägt ein Datum. Wo der andere Anbieter vorn liegt, steht das da.

Stand · 8 Minuten Lesezeit · 4 Quellen

Haufe CoPilot Tax beantwortet Steuerfragen aus den Inhalten der Fachdatenbank Haufe Steuer Office und verlinkt die verwendeten Quellen; KanzKI beantwortet Fragen aus den Unterlagen Ihrer Kanzlei, aus Steuergesetzen und BFH-Urteilen und läuft auf einem eigenen Server in Deutschland. Für die Recherche in Kommentaren hat Haufe, was KanzKI nicht hat. Für die Arbeit mit Mandantenakten, Bescheiden und Buchungsdaten hat KanzKI, was CoPilot Tax nicht hat. Welches von beiden Sie brauchen, hängt davon ab, welche Frage Sie häufiger stellen.

Was ist Haufe CoPilot Tax?

Haufe CoPilot Tax ist der KI-Assistent der Fachdatenbank Haufe Steuer Office. Laut Haufe ist er in allen Versionen der Datenbank enthalten, ohne Zusatzkosten und ohne Begrenzung der Fragenzahl. Sie stellen eine Steuerfrage, CoPilot Tax sucht die passenden Inhalte in der abonnierten Version der Datenbank und formuliert daraus eine Antwort. Die verwendeten Quellen sind laut Produktseite am Ende jeder Antwort verlinkt, Folgefragen sind im Dialog möglich, häufige Fragen lassen sich als Vorlagen speichern, und eine mobile Web-App nimmt Fragen auch per Diktat entgegen.

Seit einiger Zeit lassen sich laut Haufe auch eigene Unterlagen hochladen: Verträge, Richtlinien oder Schreiben werden im Chat analysiert und mit dem Fachwissen der Datenbank verbunden. Haufe schreibt auf seiner Produktseite außerdem, was CoPilot Tax nicht tut: Fragen außerhalb des Steuerrechts beantwortet er nicht, und findet er keine passende Quelle, sagt er das. Haufe weist selbst darauf hin, dass keine KI fehlerfrei arbeitet und Antworten geprüft werden sollten.

Zu den Daten schreibt Haufe, dass alle Daten DSGVO-konform in der privaten Cloud von Amazon Web Services auf Servern in der EU gespeichert und nicht zum Training von Sprachmodellen genutzt werden. Die Antwort erzeugt laut Haufe ein großes Sprachmodell; welcher Anbieter es betreibt und wo es rechnet, nennt die Produktseite nach unserem Stand vom Oktober 2026 nicht. Die Datenbank wird laut Haufe im Jahresabonnement verkauft, in Lizenzen für drei oder fünf Nutzer.

Der Vergleich im Überblick

KriteriumHaufe CoPilot TaxKanzKI
Wo werden Eingaben verarbeitet?Laut Haufe werden die Daten in der privaten Cloud von Amazon Web Services auf Servern in der EU gespeichert. Welches Sprachmodell antwortet und wo es rechnet, steht auf der Produktseite nicht.Die Dokumente liegen auf dem eigenen Server der Kanzlei in Deutschland. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an Mistral in Frankreich oder an OpenAI über die Europa-Region, also an Rechenzentren in Europa.
Werden Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt?Gespeichert ja, laut Haufe in der EU. Zum Training laut Haufe nein.Nein. Zero Data Retention bei Mistral und bei OpenAI: Frage und Antwort werden nach der Antwort nicht gespeichert und nicht zum Training genutzt. Das steht so im Vertrag der Kanzlei.
Vertrag nach § 62a StBerGAuf den ausgewerteten Seiten keine Angabe. Nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und der Verschwiegenheitsverpflichtung fragen.Ja. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG, öffentlich unter kanzki.de/avv; die Kanzlei stimmt beim ersten Anmelden zu.
Eigene Kanzlei-Unterlagen durchsuchbarEinzelne Dokumente lassen sich laut Haufe in den Chat hochladen und analysieren. Ein Archiv der Kanzlei nach Mandanten beschreibt die Produktseite nicht.Ja. Kanzleihandbuch, Mandantenakten, Bescheide, Verträge und Tabellen, je Mandant ein Arbeitsbereich.
Fundstelle zu jeder AntwortJa, laut Haufe sind die verwendeten Quellen aus der Datenbank am Ende jeder Antwort verlinkt.Ja. Jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle.
Amtliche Quellen (Gesetze, BFH)Über die Inhalte der Fachdatenbank, soweit die abonnierte Version sie enthält.Ja. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert.
Fachdatenbank eines VerlagsJa, das ist der Kern: Kommentare, Arbeitshilfen und Fachbeiträge des Haufe Steuer Office.Nein. KanzKI hat keine Kommentare und keine Verlagsinhalte.
DATEV-AnbindungAuf den ausgewerteten Seiten keine Angabe.Lesend: Buchungsdaten eines Mandanten aus DATEV Rechnungswesen übernehmen und im Chat danach fragen. KanzKI schreibt nichts nach DATEV zurück.
Ein Zugang je Person, Team-VerwaltungDie Datenbank wird laut Haufe in Lizenzen für drei oder fünf Nutzer verkauft; wie Zugänge verwaltet werden, steht auf der Produktseite nicht.Ja. Jede Person hat ihren eigenen Zugang, der Admin der Kanzlei lädt per E-Mail ein; Chats und Dokumente sind privat oder für das Team.
Sprachmodell dahinterEin großes Sprachmodell, laut Haufe; der Anbieter wird auf der Produktseite nicht genannt.Wahl je Kanzlei: GPT-5.6 Sol von OpenAI über die Europa-Region oder Mistral Large von Mistral AI aus Frankreich.
Preismodell in WortenIm Jahresabonnement der Fachdatenbank enthalten, laut Haufe ohne Zusatzkosten; Lizenzen für drei oder fünf Nutzer.Ein fester Betrag je Kanzlei und Monat, nicht je Nutzer; Testphase vorab, Konditionen im Demo-Termin.

Wann Haufe CoPilot Tax die bessere Wahl ist

Wenn Ihre Kanzlei das Haufe Steuer Office ohnehin abonniert hat, ist CoPilot Tax laut Haufe schon enthalten, und die Frage stellt sich kaum: Sie nutzen ihn für die Recherche in der Datenbank und entscheiden getrennt, ob Sie ein Werkzeug für Ihre eigenen Unterlagen brauchen.

Für die fachliche Recherche liegt CoPilot Tax vorn. Eine Frage wie „Kann der Investitionsabzugsbetrag auch für vermietete Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden?“ beantwortet er aus Kommentaren, Arbeitshilfen und Fachbeiträgen, die eine Redaktion geprüft hat, und verlinkt die Stelle. KanzKI hat diese Inhalte nicht. Es zitiert den Gesetzestext und die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, aber keinen Kommentar, der die Streitfrage einordnet. Wer täglich in Kommentaren liest, wird KanzKI dafür nicht nutzen wollen.

Auch für Mandantenschreiben zu Rechtsfragen, Checklisten zu Steuerthemen und die Vorbereitung auf ein Gespräch mit dem Finanzamt, wie Haufe sie als Anwendungsfälle nennt, ist die Fachdatenbank als Grundlage ein Vorteil.

Wann KanzKI die bessere Wahl ist

Wenn die Frage einen Mandanten betrifft, liegt KanzKI vorn. „Welche Frist nennt der Bescheid vom 12. März, und wo steht sie?“, „Was haben wir mit diesem Mandanten zur Umsatzsteuer im Vorjahr vereinbart?“, „Wie hoch waren die Versicherungsbeiträge im Wirtschaftsjahr laut Buchführung?“: Dafür braucht es die Unterlagen der Kanzlei, dauerhaft nach Mandanten geordnet, und eine Antwort mit Fußnote auf die Seite, aus der sie stammt. Das ist der Zuschnitt von KanzKI. Dazu kommen die Fristen, die KanzKI in Bescheiden findet und nach der Abgabenordnung rechnet, bevor ein Mensch sie bestätigt, Auswertungen als Excel-Datei und die Buchungsdaten aus DATEV.

Beim Umgang mit den Daten ist KanzKI die klarere Wahl. Die Dokumente liegen auf einem Server, der nur Ihrer Kanzlei gehört, in Deutschland. Für eine Antwort gehen Frage und passende Auszüge an das gewählte Modell, und danach wird nichts gespeichert, bei beiden Anbietern, zwischen denen die Kanzlei wählen kann. Welches Modell antwortet und wo es rechnet, steht bei KanzKI auf der Seite Sicherheit und im Vertrag; bei CoPilot Tax haben wir diese Angaben nicht gefunden. Der Vertrag nach § 62a StBerG und Art. 28 DSGVO liegt bei KanzKI fertig vor.

Was Kanzleien oft übersehen

Eine Fachdatenbank ist kein Aktenschrank. Dass sich einzelne Dokumente in einen Chat hochladen lassen, heißt nicht, dass die Kanzlei ihre Akten dort führt. Fragen Sie, was mit hochgeladenen Dokumenten geschieht, wie lange sie gespeichert bleiben und ob andere Nutzer der Lizenz sie sehen.

Die Lizenz zählt Nutzer. Drei oder fünf Nutzer je Lizenz sind laut Haufe das Modell. Eine Kanzlei mit acht Mitarbeitern, die alle fragen sollen, braucht entsprechend mehr; und ein geteilter Zugang macht nicht nachvollziehbar, wer welche Mandantendaten eingegeben hat.

Die Frage nach dem Modell gehört in jedes Gespräch mit einem Anbieter. „In der EU gespeichert“ ist eine Aussage über den Speicherort. Sie beantwortet nicht, welcher Anbieter das Sprachmodell betreibt, wo es rechnet und wie lange er Eingaben zur Kontrolle von Missbrauch aufbewahrt. Was dahintersteckt, erklärt unser Leitfaden zu Zero Data Retention.

Die Schulungspflicht gilt für beide Werkzeuge. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Mitarbeiter; mehr dazu im Leitfaden zur KI-Kompetenz.

Wer prüft die Antwort. Haufe sagt es auf seiner Produktseite selbst, und es gilt für KanzKI genauso: Die Antwort ist ein Vorschlag, der Berufsträger prüft. Der Unterschied liegt darin, wie leicht die Prüfung fällt. Eine verlinkte Kommentarstelle und eine Fußnote auf Seite 3 des Bescheids sind beide in Sekunden geprüft; eine Antwort ohne Fundstelle ist es nicht.

Häufige Fragen

Brauche ich CoPilot Tax, wenn ich KanzKI habe?

Das hängt davon ab, wie oft Sie in Kommentaren recherchieren. KanzKI hat keine Fachdatenbank und keine Kommentare; es zitiert Gesetze und BFH-Urteile und liest Ihre eigenen Unterlagen. Wer die Kommentare des Haufe Steuer Office täglich braucht, behält die Datenbank, und CoPilot Tax ist laut Haufe darin enthalten.

Kann ich mit CoPilot Tax auch meine Mandantenakten durchsuchen?

Laut Haufe lassen sich Verträge, Richtlinien oder Schreiben in den Chat hochladen und mit dem Fachwissen der Datenbank verbinden. Ein Archiv der Kanzlei nach Mandanten, in dem Sie dauerhaft fragen, beschreibt die Produktseite nicht. Das ist der Zuschnitt von KanzKI.

Wo landen meine Eingaben bei CoPilot Tax?

Laut Haufe werden alle Daten in der privaten Cloud von Amazon Web Services auf Servern in der EU gespeichert und nicht zum Training von Sprachmodellen genutzt. Welches Sprachmodell antwortet und wo es rechnet, steht auf der Produktseite nach unserem Stand nicht. Fragen Sie danach, bevor Sie Mandantendaten eingeben.

Gibt es bei Haufe einen Vertrag nach § 62a StBerG?

Auf den beiden Haufe-Seiten, die wir ausgewertet haben, steht dazu nichts. Das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt; fragen Sie Haufe nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und der Verschwiegenheitsverpflichtung. Bei KanzKI steht beides öffentlich unter kanzki.de/avv.

Welches Werkzeug antwortet bei einer Steuerfrage besser?

Bei einer Rechtsfrage, die ein Kommentar beantwortet, hat CoPilot Tax die bessere Grundlage, weil es aus geprüften Verlagsinhalten antwortet. Bei einer Frage zu einem konkreten Bescheid, Vertrag oder zu den Buchungen eines Mandanten hat KanzKI die bessere Grundlage, weil es diese Unterlagen liest und die Fundstelle zeigt.

Quellen

  1. Haufe Shop: Haufe CoPilot Tax, Ihr KI-Assistent für die Steuerberatung
  2. Haufe: Lösungen für die Steuerberatung
  3. § 62a StBerG: Inanspruchnahme von Dienstleistungen
  4. BStBK: FAQ KI im steuerberatenden Berufsstand (Stand 27. Januar 2026)

Dieser Vergleich gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter wieder; Produkte ändern sich, und wir prüfen die Angaben regelmäßig nach. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an support@code15gmbh.de.

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