Vergleich

KanzKI oder Otto Schmidt Answers: Verlags-KI im Fachmodul oder Kanzlei-KI für die Akte?

Was Otto Schmidt Answers laut Verlag kann, was im Modulabonnement enthalten ist, wer die Technik liefert und wann KanzKI oder Answers die bessere Wahl ist.

Wir sind der Anbieter von KanzKI. Dieser Vergleich kann deshalb nicht neutral sein, aber er kann ehrlich sein: Jede Aussage über den anderen Anbieter stammt von dessen eigenen Seiten, ist unten als Quelle verlinkt und trägt ein Datum. Wo der andere Anbieter vorn liegt, steht das da.

Stand · 8 Minuten Lesezeit · 5 Quellen

Otto Schmidt Answers ist die KI in den Fachmodulen von Otto Schmidt online: Sie beantwortet Rechtsfragen aus der Literatur des Verlags Dr. Otto Schmidt mit Verweis auf die Quelle, laut Verlag mit fünf Fragen am Tag je Nutzer im Modulabonnement, technisch geliefert von Taxy.io. KanzKI beantwortet Fragen aus den Unterlagen Ihrer Kanzlei, aus Steuergesetzen und BFH-Urteilen, auf einem eigenen Server in Deutschland und ohne Begrenzung der Fragen. Wer die Kommentare von Otto Schmidt abonniert hat, bekommt mit Answers eine KI dazu, die diese Kommentare kennt. Wer Antworten aus seinen Akten braucht, braucht KanzKI.

Was ist Otto Schmidt Answers?

Otto Schmidt Answers ist das KI-Werkzeug des Verlags Dr. Otto Schmidt in Köln. Laut Verlag verbindet es die Literatur in Otto Schmidt online mit fortschrittlichen Sprachmodellen: Sie stellen eine Frage zu einem rechtlichen Thema, Answers antwortet innerhalb von Sekunden auf Basis der Verlagsliteratur und verweist direkt auf die Quellen in Otto Schmidt online. Die Module von Otto Schmidt online, vom Aktionsmodul Steuerrecht über das Beratermodul Steuerrecht bis zu Kommentaren wie Herrmann/Heuer/Raupach, enthalten laut Verlag jeweils fünf Fragen am Tag je Nutzer; eine Fassung mit zusätzlichen Funktionen und unbegrenzten Fragen lässt sich bei der Bestellung oder später dazubuchen. Answers wurde laut Verlag 2024 als Fachmedium des Jahres in der Kategorie Beste KI-Lösung ausgezeichnet und gewann 2025 den Deutschen KI-Preis der WELT in der Kategorie Anwenderpreis.

Die Technik liefert laut Verlag Taxy.io, ein Unternehmen aus Deutschland, das daneben eine eigene Arbeitsumgebung für Steuerberater und Anwälte anbietet, ebenfalls auf Basis der Literatur von Otto Schmidt. Nach der Datenschutzerklärung von Taxy.io rechnen dessen KI-Modelle über Amazon Bedrock in der EU-Region Frankfurt, und Amazon sichert zu, Eingaben weder zum Training zu nutzen noch an die Modellhersteller weiterzugeben noch dauerhaft zu speichern. Ob genau das auch für Answers im Portal von Otto Schmidt gilt, steht auf der Seite des Verlags nach unserem Stand vom Oktober 2026 nicht; der Verlag verweist für Fragen auf eine eigene FAQ-Seite.

Der Vergleich im Überblick

KriteriumOtto Schmidt AnswersKanzKI
Wo werden Eingaben verarbeitet?Auf der Seite des Verlags keine Angabe. Der Technikpartner Taxy.io nennt in seiner Datenschutzerklärung Amazon Bedrock in Frankfurt; ob das für Answers gilt, beim Verlag erfragen.Die Dokumente liegen auf dem eigenen Server der Kanzlei in Deutschland. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an Mistral in Frankreich oder an OpenAI über die Europa-Region, also an Rechenzentren in Europa.
Werden Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt?Auf der Seite des Verlags keine Angabe; beim Verlag erfragen.Nein. Zero Data Retention bei Mistral und bei OpenAI: Frage und Antwort werden nach der Antwort nicht gespeichert und nicht zum Training genutzt. Das steht so im Vertrag der Kanzlei.
Vertrag nach § 62a StBerGAuf der Seite des Verlags keine Angabe. Nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und der Verschwiegenheitsverpflichtung fragen, auch für den Technikpartner.Ja. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG, öffentlich unter kanzki.de/avv; die Kanzlei stimmt beim ersten Anmelden zu.
Eigene Kanzlei-Unterlagen durchsuchbarDie Seite des Verlags beschreibt Answers als KI für Fragen zur Verlagsliteratur; eigene Dokumente nennt sie nicht.Ja. Kanzleihandbuch, Mandantenakten, Bescheide, Verträge und Tabellen, je Mandant ein Arbeitsbereich.
Fundstelle zu jeder AntwortJa, laut Verlag mit direkten Verweisen auf die Quellen in Otto Schmidt online.Ja. Jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle.
Amtliche Quellen (Gesetze, BFH)Über die Literatur des abonnierten Moduls, soweit sie Gesetze und Rechtsprechung enthält.Ja. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert.
Fachdatenbank eines VerlagsJa, das ist der Kern: die Kommentare und Zeitschriften von Otto Schmidt online, je nach Modul.Nein. KanzKI hat keine Kommentare und keine Verlagsinhalte.
DATEV-AnbindungAuf der Seite des Verlags keine Angabe.Lesend: Buchungsdaten eines Mandanten aus DATEV Rechnungswesen übernehmen und im Chat danach fragen. KanzKI schreibt nichts nach DATEV zurück.
Ein Zugang je Person, Team-VerwaltungÜber die Nutzer des Modulabonnements; das Kontingent von fünf Fragen am Tag gilt laut Verlag je Nutzer.Ja. Jede Person hat ihren eigenen Zugang, der Admin der Kanzlei lädt per E-Mail ein; Chats und Dokumente sind privat oder für das Team.
Sprachmodell dahinterLaut Verlag fortschrittliche Sprachmodelle, geliefert von Taxy.io; welche, nennt die Seite nicht.Wahl je Kanzlei: GPT-5.6 Sol von OpenAI über die Europa-Region oder Mistral Large von Mistral AI aus Frankreich.
Preismodell in WortenLaut Verlag im Modulabonnement enthalten mit fünf Fragen am Tag je Nutzer; unbegrenzte Fragen gegen Aufpreis zubuchbar.Ein fester Betrag je Kanzlei und Monat, nicht je Nutzer; Testphase vorab, Konditionen im Demo-Termin.

Wann Otto Schmidt Answers die bessere Wahl ist

Wenn Ihre Kanzlei Module von Otto Schmidt online abonniert hat, ist Answers laut Verlag schon dabei, und die Frage stellt sich kaum: Sie stellen Ihre Fachfragen an die Kommentare, die Sie ohnehin bezahlen, und entscheiden getrennt, ob Sie ein Werkzeug für Ihre Akten brauchen.

Für die fachliche Frage liegt Answers vorn. Eine Frage zur Behandlung einer verdeckten Gewinnausschüttung oder zu einer umsatzsteuerlichen Organschaft beantwortet Answers aus Kommentaren wie Herrmann/Heuer/Raupach oder Rau/Dürrwächter, mit Verweis auf die Stelle. KanzKI hat diese Kommentare nicht. Es zitiert Gesetzestext und BFH-Rechtsprechung, aber keine Kommentierung, die den Streitstand einordnet. Für eine Kanzlei, die in Kommentaren lebt, ist das der entscheidende Unterschied.

Dazu kommt, dass der Verlag seit Jahrzehnten für diese Literatur steht und Answers zwei Auszeichnungen trägt; wer die Entscheidung am Namen des Verlags festmacht, hat damit einen guten Grund.

Wann KanzKI die bessere Wahl ist

Wenn die Frage einen Mandanten betrifft, liegt KanzKI vorn. „Welche Frist nennt der Bescheid, und wo steht sie?“, „Was steht in unserem Kanzleihandbuch zur Vollmacht?“, „Wie hoch waren die Reisekosten im Wirtschaftsjahr laut Buchführung?“: Dafür braucht es die Unterlagen der Kanzlei, dauerhaft nach Mandanten geordnet, und eine Antwort mit Fußnote auf die Seite. Das ist der Zuschnitt von KanzKI. Dazu kommen Fristen, die KanzKI in Bescheiden findet und nach der Abgabenordnung rechnet, bevor ein Mensch sie bestätigt, Auswertungen als Excel-Datei und die Buchungsdaten aus DATEV. Und KanzKI begrenzt die Zahl der Fragen nicht; fünf am Tag wären für die Arbeit mit Akten zu wenig.

Beim Umgang mit den Daten ist KanzKI die klarere Wahl, schon weil die Angaben vorliegen. Die Dokumente liegen auf einem Server, der nur Ihrer Kanzlei gehört, in Deutschland. Für eine Antwort gehen Frage und passende Auszüge an das gewählte Modell, und danach wird nichts gespeichert, bei beiden Anbietern, zwischen denen die Kanzlei wählen kann. Der Vertrag nach § 62a StBerG und Art. 28 DSGVO liegt fertig vor und steht öffentlich unter kanzki.de/avv. Bei Answers haben wir diese Angaben auf der Seite des Verlags nicht gefunden; das heißt nicht, dass es sie nicht gibt, aber Sie müssen danach fragen.

Was Kanzleien oft übersehen

Zwei Unternehmen, ein Werkzeug. Answers trägt den Namen des Verlags, die Technik liefert Taxy.io. Für die Prüfung nach § 62a StBerG zählt, wer die Eingaben verarbeitet und wo. Fragen Sie den Verlag nach seinem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und nach den Unterauftragsverarbeitern; die Datenschutzerklärung des Technikpartners ist ein Anhaltspunkt, kein Ersatz.

Fünf Fragen am Tag sind eine Nutzungsregel, keine Kleinigkeit. Für eine gelegentliche Fachfrage reichen sie; wer Answers in den Alltag holen will, rechnet mit der Fassung ohne Begrenzung. Zugänge zu teilen, um das Kontingent zu umgehen, macht nicht nachvollziehbar, wer welche Mandantendaten eingegeben hat.

Fundstelle ist nicht gleich Fundstelle. Eine Fundstelle in der Kommentierung sagt, was ein Autor zu einer Rechtsfrage schreibt. Eine Fundstelle in der Akte sagt, was in diesem Bescheid auf dieser Seite steht. Viele Kanzleien werden beides nutzen: Answers für die Fachfrage und KanzKI für die Akte.

Die Schulungspflicht gilt für beide Werkzeuge. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Mitarbeiter; mehr dazu im Leitfaden zur KI-Kompetenz. Was die Zusage „keine dauerhafte Speicherung“ beim Modellanbieter bedeutet, erklärt der Leitfaden zu Zero Data Retention.

Wer prüft die Antwort. Bei beiden Werkzeugen prüft der Berufsträger. Der Unterschied liegt darin, was er prüft: eine Kommentarstelle oder eine Seite im Bescheid.

Häufige Fragen

Was ist in Otto Schmidt Answers enthalten?

Laut Verlag ist Answers in den Modulen von Otto Schmidt online enthalten, mit fünf Fragen am Tag je Nutzer. Eine Fassung mit zusätzlichen Funktionen und unbegrenzten Fragen lässt sich dazubuchen. Die Antworten stützen sich auf die Literatur des jeweils abonnierten Moduls.

Wer steckt technisch hinter Answers?

Laut Verlag ist Answers powered by Taxy.io, einem Unternehmen aus Deutschland. Nach der Datenschutzerklärung von Taxy.io rechnen dessen KI-Modelle über Amazon Bedrock in Frankfurt; ob das für Answers im Portal von Otto Schmidt genauso gilt, haben wir auf der Seite des Verlags nicht gefunden. Fragen Sie den Verlag danach.

Kann ich mit Answers meine Mandantenakte durchsuchen?

Die Seite des Verlags beschreibt Answers als KI für Fragen zu rechtlichen Themen auf Basis der Verlagsliteratur. Eigene Dokumente hochladen und dauerhaft nach Mandanten ordnen, wie KanzKI es tut, beschreibt sie nicht; die eigene Arbeitsumgebung von Taxy.io bietet laut Anbieter das Hochladen von Unterlagen.

Reichen fünf Fragen am Tag?

Für eine Kanzlei, die Answers gelegentlich für eine Fachfrage nutzt, oft ja. Wer es täglich für mehrere Mandanten nutzen will, braucht die Fassung mit unbegrenzten Fragen. KanzKI begrenzt die Zahl der Fragen nicht.

Was sagt Otto Schmidt zu § 62a StBerG?

Auf der Produktseite des Verlags haben wir dazu keine Angabe gefunden. Fragen Sie nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und der Verschwiegenheitsverpflichtung, auch für den Technikpartner. Bei KanzKI steht beides öffentlich unter kanzki.de/avv.

Quellen

  1. Verlag Dr. Otto Schmidt: Otto Schmidt Answers, Fachwissen trifft auf KI
  2. Taxy.io: KI für Steuerberater und Anwälte, mit Fundstelle (Produktseite)
  3. Taxy.io: Datenschutzerklärung
  4. § 62a StBerG: Inanspruchnahme von Dienstleistungen
  5. BStBK: FAQ KI im steuerberatenden Berufsstand (Stand 27. Januar 2026)

Dieser Vergleich gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter wieder; Produkte ändern sich, und wir prüfen die Angaben regelmäßig nach. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an support@code15gmbh.de.

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