Vergleich
KanzKI oder Taxy.io: Fachliteratur mit Fundstelle oder die eigene Akte mit Fundstelle?
Was Taxy.io laut Anbieter leistet, wo seine KI-Modelle rechnen, was beide zu § 203 StGB sagen und wann KanzKI oder Taxy.io die bessere Wahl ist.
Wir sind der Anbieter von KanzKI. Dieser Vergleich kann deshalb nicht neutral sein, aber er kann ehrlich sein: Jede Aussage über den anderen Anbieter stammt von dessen eigenen Seiten, ist unten als Quelle verlinkt und trägt ein Datum. Wo der andere Anbieter vorn liegt, steht das da.
Stand · 8 Minuten Lesezeit · 5 Quellen
Taxy.io beantwortet Steuer- und Rechtsfragen aus der Fachliteratur des Verlags Dr. Otto Schmidt, prüft Bescheide und entwirft Mandantenschreiben; laut Anbieter nutzen es mehr als 1.800 Organisationen, und die KI-Modelle rechnen über Amazon Bedrock in Frankfurt. KanzKI beantwortet Fragen aus den Unterlagen Ihrer Kanzlei, aus Steuergesetzen und BFH-Urteilen, auf einem eigenen Server in Deutschland und ohne Speicherung beim KI-Anbieter. Beide zeigen zu jeder Antwort eine Fundstelle; der Unterschied ist, worauf sie zeigt: bei Taxy.io auf die Literatur, bei KanzKI auf die Akte. Für die Fachfrage liegt Taxy.io vorn, für den Mandanten KanzKI.
Was ist Taxy.io?
Taxy.io ist ein Unternehmen aus Deutschland, das KI für Steuerberater, Rechtsanwälte und Rechtsabteilungen anbietet. Laut Produktseite beantwortet seine Arbeitsumgebung Steuer- und Rechtsfragen in Sekunden, prüft Steuerbescheide, erkennt Beratungsanlässe und bereitet Mandantenschreiben vor. Jede Antwort stützt sich laut Anbieter auf die Fachliteratur des Verlags Dr. Otto Schmidt und nennt die Fundstelle; eigene Unterlagen aus der Akte lassen sich hochladen und auswerten, etwa ein Vertrag auf unwirksame Klauseln. Die Anwendung läuft im Browser, ohne Installation. Taxy.io nennt mehr als 1.800 Organisationen als Anwender, darunter große Beratungsgesellschaften, und mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen KI-Preis der WELT in der Kategorie Anwenderpreis.
Dieselbe Technik steckt in Otto Schmidt Answers: Laut dem Verlag ist Answers die KI in den Modulen von Otto Schmidt online, powered by Taxy.io, mit fünf Fragen am Tag je Nutzer im Modulabonnement. Die eigene Arbeitsumgebung von Taxy.io geht darüber hinaus, mit Bescheidprüfung, Dokumenten und unbegrenzten Fragen.
Zu den Daten schreibt Taxy.io in seiner Datenschutzerklärung, dass die KI-Modelle über Amazon Bedrock in der EU-Region Frankfurt laufen, dass Eingaben und Antworten ausschließlich in Rechenzentren in der EU verarbeitet werden und dass Amazon vertraglich zusichert, sie weder zum Training zu nutzen noch an die Modellhersteller weiterzugeben noch dauerhaft zu speichern. Die Plattform selbst läuft laut Datenschutzerklärung auf Microsoft Azure mit Serverstandort Europa. Die Produktseite nennt eine Zertifizierung nach ISO 27001 und schreibt, die Arbeitsumgebung berücksichtige die Anforderungen des § 203 StGB. Das Preismodell ist laut Anbieter je Platz und Monat in zwei Stufen, monatlich kündbar, mit einem kostenfreien Einstieg, der wenige Fragen am Tag erlaubt.
Der Vergleich im Überblick
| Kriterium | Taxy.io | KanzKI |
|---|---|---|
| Wo werden Eingaben verarbeitet? | Laut Datenschutzerklärung über Amazon Bedrock in der EU-Region Frankfurt; die Plattform auf Microsoft Azure mit Serverstandort Europa. Geteilte Plattform für alle Kunden. | Die Dokumente liegen auf dem eigenen Server der Kanzlei in Deutschland, der nur dieser Kanzlei gehört. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an Mistral in Frankreich oder an OpenAI über die Europa-Region, also an Rechenzentren in Europa. |
| Werden Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt? | Beim Modellanbieter Amazon laut Taxy.io weder Training noch dauerhafte Speicherung. Was Taxy.io selbst von Fragen und Dokumenten speichert, haben wir auf den ausgewerteten Seiten nicht gefunden. | Nein. Zero Data Retention bei Mistral und bei OpenAI: Frage und Antwort werden nach der Antwort nicht gespeichert und nicht zum Training genutzt. Das steht so im Vertrag der Kanzlei. |
| Vertrag nach § 62a StBerG | Die Produktseite schreibt, die Arbeitsumgebung berücksichtige § 203 StGB. Den Vertrag mit Verschwiegenheitsverpflichtung haben wir dort nicht gefunden; fragen Sie danach. | Ja. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG, öffentlich unter kanzki.de/avv; die Kanzlei stimmt beim ersten Anmelden zu. |
| Eigene Kanzlei-Unterlagen durchsuchbar | Unterlagen aus der Akte lassen sich laut Anbieter hochladen und auswerten. Ein dauerhaftes Archiv der Kanzlei nach Mandanten beschreibt die Produktseite nicht. | Ja. Kanzleihandbuch, Mandantenakten, Bescheide, Verträge und Tabellen, je Mandant ein Arbeitsbereich. |
| Fundstelle zu jeder Antwort | Ja, laut Anbieter zu jeder Antwort die Fundstelle in der Fachliteratur. | Ja. Jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle. |
| Amtliche Quellen (Gesetze, BFH) | Über die Fachliteratur des Verlags, soweit sie Gesetze und Rechtsprechung enthält. | Ja. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert. |
| Fachdatenbank eines Verlags | Ja, das ist der Kern: die Fachliteratur des Verlags Dr. Otto Schmidt. | Nein. KanzKI hat keine Kommentare und keine Verlagsinhalte. |
| DATEV-Anbindung | Auf den ausgewerteten Seiten keine Angabe. | Lesend: Buchungsdaten eines Mandanten aus DATEV Rechnungswesen übernehmen und im Chat danach fragen. KanzKI schreibt nichts nach DATEV zurück. |
| Ein Zugang je Person, Team-Verwaltung | Ja, laut Anbieter werden Plätze je Person gebucht; die Verwaltung beschreibt die Produktseite nicht näher. | Ja. Jede Person hat ihren eigenen Zugang, der Admin der Kanzlei lädt per E-Mail ein; Chats und Dokumente sind privat oder für das Team. |
| Sprachmodell dahinter | Laut Datenschutzerklärung Modelle verschiedener Hersteller über Amazon Bedrock; welche, nennt sie nicht. | Wahl je Kanzlei: GPT-5.6 Sol von OpenAI über die Europa-Region oder Mistral Large von Mistral AI aus Frankreich. |
| Preismodell in Worten | Laut Anbieter je Platz und Monat in zwei Stufen mit einer Zahl von Prüfvorgängen, monatlich kündbar; ein kostenfreier Einstieg mit wenigen Fragen am Tag. | Ein fester Betrag je Kanzlei und Monat, nicht je Nutzer; Testphase vorab, Konditionen im Demo-Termin. |
Wann Taxy.io die bessere Wahl ist
Für die fachliche Frage liegt Taxy.io vorn. Wer wissen will, wie die Rechtsprechung eine Betriebsaufspaltung bei einer bestimmten Konstellation beurteilt, bekommt eine Antwort aus der Literatur des Verlags Dr. Otto Schmidt mit Fundstelle. KanzKI hat diese Literatur nicht; es zitiert den Gesetzestext und die Urteile des Bundesfinanzhofs, aber keinen Kommentar, der die Streitfrage einordnet. Eine Kanzlei, die täglich recherchiert, bekommt bei Taxy.io eine Grundlage, die KanzKI nicht bietet.
Auch die automatische Bescheidprüfung ist ein Punkt für Taxy.io. Laut Produktseite wird ein hochgeladener Bescheid gegen die Fachinhalte abgeglichen, Abweichungen werden markiert und Beratungsanlässe erkannt. KanzKI prüft einen Bescheid, wenn Sie danach fragen, gegen die Unterlagen des Mandanten, etwa gegen die Erklärung oder die Vergleichswerte; einen Abgleich mit Fachliteratur gibt es nicht.
Dazu kommt die Verbreitung: Mehr als 1.800 Organisationen nennt Taxy.io als Anwender, darunter große Gesellschaften. KanzKI ist ein junges Produkt einer kleinen Firma, und wir nennen keine Referenzkunden. Wer die Entscheidung an der Zahl der anderen Kanzleien festmacht, entscheidet sich für Taxy.io.
Wann KanzKI die bessere Wahl ist
Wenn die Frage einen Mandanten betrifft, liegt KanzKI vorn. Das Kanzleihandbuch, die Akten je Mandant, Verträge, Tabellen und die Buchungsdaten aus DATEV liegen dauerhaft in KanzKI, und jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite. Fristen, die in einem Bescheid stehen, findet KanzKI und rechnet sie nach der Abgabenordnung, mit Bekanntgabefiktion und Wochenendverschiebung, bevor ein Mensch sie bestätigt. Eine Auswertung über einen Stapel Belege kommt als Excel-Datei. Für diese Arbeit ist die Fachliteratur nicht die Quelle; die Quelle ist die Akte, und die liegt bei KanzKI auf einem Server, der nur Ihrer Kanzlei gehört.
Beim Umgang mit den Daten ist KanzKI die klarere Wahl. Taxy.io läuft als eine Plattform für alle Kunden, laut eigener Angabe in Europa und mit guten Zusagen des Modellanbieters. KanzKI richtet für jede Kanzlei einen eigenen Server in Deutschland ein; für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an das gewählte Modell, und danach wird nichts gespeichert, bei beiden Anbietern, zwischen denen die Kanzlei wählen kann. Der Vertrag nach § 62a StBerG und Art. 28 DSGVO liegt fertig vor und steht öffentlich unter kanzki.de/avv, mit beiden KI-Anbietern namentlich. Was die Seite Sicherheit verspricht, steht so im Vertrag.
Was Kanzleien oft übersehen
Fundstelle ist nicht gleich Fundstelle. Eine Fundstelle in der Literatur sagt, was ein Autor zu einer Rechtsfrage schreibt. Eine Fundstelle in der Akte sagt, was in diesem Bescheid auf dieser Seite steht. Beides ist nützlich; beides beantwortet verschiedene Fragen. Viele Kanzleien brauchen für die Fachfrage ein Verlagswerkzeug und für die Akte KanzKI.
„Berücksichtigt § 203 StGB“ ist eine Aussage, kein Vertrag. Fragen Sie jeden Anbieter nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und nach der Verschwiegenheitsverpflichtung mit Belehrung, wie § 62a StBerG sie verlangt. Lesen Sie, was dort über Unterauftragsverarbeiter steht und wo verarbeitet wird. Was die Zusage „keine dauerhafte Speicherung“ beim Modellanbieter bedeutet, erklärt der Leitfaden zu Zero Data Retention.
Plätze zählen. Ein Preismodell je Platz und Monat passt zu einer Kanzlei mit zwei Nutzern und wird teurer, wenn alle acht Mitarbeiter fragen sollen; ein Preismodell je Kanzlei kehrt das um. Rechnen Sie mit der Zahl der Personen, die das Werkzeug wirklich nutzen werden.
Die Schulungspflicht gilt für beide Werkzeuge. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Mitarbeiter; mehr dazu im Leitfaden zur KI-Kompetenz.
Wer prüft die Antwort. Taxy.io schreibt auf seiner Produktseite, dass die fachliche Entscheidung bei Ihnen bleibt; bei KanzKI gilt dasselbe. Der Unterschied liegt darin, was Sie prüfen: eine Literaturstelle oder eine Seite im Bescheid.
Häufige Fragen
Worauf stützt Taxy.io seine Antworten?
Laut Anbieter auf die Fachliteratur des Verlags Dr. Otto Schmidt, nicht auf Inhalte aus dem Internet; jede Antwort nennt die Fundstelle in dieser Literatur. KanzKI hat keine Verlagsliteratur und stützt sich auf Ihre eigenen Unterlagen, Steuergesetze und BFH-Urteile.
Wo rechnen die KI-Modelle von Taxy.io?
Laut Datenschutzerklärung über Amazon Bedrock in der EU-Region Frankfurt; Amazon sichert laut Taxy.io zu, Eingaben weder zum Training zu nutzen noch an die Modellhersteller weiterzugeben noch dauerhaft zu speichern. Die Plattform selbst läuft laut Datenschutzerklärung auf Microsoft Azure mit Serverstandort Europa.
Prüft Taxy.io Bescheide automatisch?
Ja, laut Produktseite: Bescheid hochladen, Abweichungen werden markiert, Beratungsanlässe erkannt, ein Mandantenschreiben kommt als Entwurf. KanzKI prüft einen Bescheid auf Ihre Frage hin gegen die Unterlagen des Mandanten und findet die Fristen darin; einen automatischen Abgleich mit Fachliteratur hat KanzKI nicht.
Was sagen beide zu § 203 StGB und § 62a StBerG?
Taxy.io schreibt, dass seine Arbeitsumgebung die Anforderungen des § 203 StGB berücksichtigt und nach ISO 27001 zertifiziert ist; den Vertrag dazu haben wir auf der Produktseite nicht gefunden, fragen Sie danach. KanzKI legt den Vertrag mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG öffentlich unter kanzki.de/avv.
Sind Taxy.io und Otto Schmidt Answers dasselbe?
Nicht ganz. Otto Schmidt Answers ist laut Otto Schmidt die KI in den Modulen von Otto Schmidt online, powered by Taxy.io, mit fünf Fragen am Tag je Nutzer im Modulabonnement. Taxy.io bietet daneben eine eigene Arbeitsumgebung mit Bescheidprüfung, Dokumenten und unbegrenzten Fragen, je Platz und Monat.
Quellen
Dieser Vergleich gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter wieder; Produkte ändern sich, und wir prüfen die Angaben regelmäßig nach. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an support@code15gmbh.de.
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