Vergleich

KanzKI oder DATEV Copilot: Reicht die kostenfreie KI von DATEV für die Kanzlei?

Was DATEV Copilot laut DATEV heute kann und noch nicht kann, wo er Daten verarbeitet und wann KanzKI oder der KI-Assistent von DATEV die bessere Wahl ist.

Wir sind der Anbieter von KanzKI. Dieser Vergleich kann deshalb nicht neutral sein, aber er kann ehrlich sein: Jede Aussage über den anderen Anbieter stammt von dessen eigenen Seiten, ist unten als Quelle verlinkt und trägt ein Datum. Wo der andere Anbieter vorn liegt, steht das da.

Stand · 8 Minuten Lesezeit · 5 Quellen

DATEV Copilot ist der KI-Assistent von DATEV, laut DATEV für Mitglieder mit kostenfreier Lizenz: Er schreibt und verdichtet Texte, analysiert Textdokumente wie Word oder PDF, bündelt Internet-, Fach- und Produktrecherche und läuft in der DATEV-Cloud. Strukturierte Daten wie BWAs oder Excel-Tabellen kann er laut DATEV noch nicht auswerten. KanzKI hält die Unterlagen der Kanzlei auf einem eigenen Server in Deutschland, antwortet mit Fußnote auf die Seite, zitiert Steuergesetze und BFH-Urteile, liest Tabellen und Buchungsdaten aus DATEV und findet Fristen in Bescheiden. Wer DATEV-Mitglied ist, sollte den Copilot ausprobieren; wer danach Fundstellen, Tabellen und Fristen vermisst, ist bei KanzKI richtig.

Was ist DATEV Copilot?

DATEV Copilot ist der zentrale KI-Assistent der DATEV eG für Kanzleien. Laut DATEV-Shop bündelt er Internetrecherche, Fachrecherche über DATEV LEXchat und Anwenderhilfen aus dem DATEV Service-Assistenten, erstellt, verdichtet und übersetzt Texte, analysiert Dokumente im Dialog und nimmt gesprochene Eingaben entgegen. Er ist seit Mai 2026 freigegeben, in MyDATEV unter „Weitere Anwendungen“ zu finden und soll laut DATEV im weiteren Verlauf des Jahres in alle DATEV-Cloud-Lösungen eingebettet werden. Die Lizenz ist laut DATEV für Mitglieder kostenfrei; sie wird im Shop bestellt und in der Rechteverwaltung freigeschaltet. Die Fachrecherche über LEXinform plus und die Zusammenarbeit in MyDATEV Kanzlei sind laut DATEV getrennt lizenzpflichtig, und für den Copilot gibt es ein Nutzungslimit, das DATEV in einem eigenen Hilfedokument beschreibt.

DATEV schreibt auf der Produktseite auch, was der Copilot noch nicht kann: Die derzeitige Version analysiert Fließtexte und Textdokumente wie Word oder PDF; die Auswertung strukturierter Daten wie BWAs, Tabellen oder Excel-Dateien ist noch nicht möglich und für spätere Ausbaustufen vorgesehen. Sein eingebauter Wissensstand liegt laut DATEV bei September 2024 und wird durch die angebundenen Quellen ergänzt. DATEV betont, dass der Copilot ein Assistenzsystem ist, das Vorschläge liefert, und dass die fachliche Bewertung bei den Anwendern bleibt.

Zu den Daten schreibt DATEV, dass die Verarbeitung in der DATEV-Cloud mit klaren Vorgaben zu Datenschutz, Governance und Compliance stattfindet. Für die Prototypen der KI-Werkstatt, aus der der Copilot hervorgegangen ist, beschreibt DATEV den Weg genauer: Eingaben gehen über das DATEV-Rechenzentrum an Microsoft Azure, werden dort vorübergehend verarbeitet, nicht dauerhaft gespeichert, nicht an OpenAI weitergegeben und nicht zum Training genutzt. Welches Modell im Copilot antwortet, nennt die Produktseite nach unserem Stand vom Oktober 2026 nicht; DATEV verweist auf einen eigenen Datenschutz-Steckbrief.

Der Vergleich im Überblick

KriteriumDATEV CopilotKanzKI
Wo werden Eingaben verarbeitet?Laut DATEV in der DATEV-Cloud. Für die Prototypen der KI-Werkstatt nennt DATEV Microsoft Azure als Verarbeiter; welches Modell im Copilot antwortet, steht auf der Produktseite nicht.Die Dokumente liegen auf dem eigenen Server der Kanzlei in Deutschland. Für die Antwort gehen Frage und passende Auszüge an Mistral in Frankreich oder an OpenAI über die Europa-Region, also an Rechenzentren in Europa.
Werden Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt?Für die Prototypen laut DATEV keine dauerhafte Speicherung bei Azure, keine Weitergabe an OpenAI, kein Training. Was DATEV selbst speichert, steht im Datenschutz-Steckbrief, den DATEV verlinkt.Nein. Zero Data Retention bei Mistral und bei OpenAI: Frage und Antwort werden nach der Antwort nicht gespeichert und nicht zum Training genutzt. Das steht so im Vertrag der Kanzlei.
Vertrag nach § 62a StBerGÜber den bestehenden Vertrag der Kanzlei mit DATEV; die Produktseite nennt § 62a StBerG nicht. Prüfen Sie am Vertragstext.Ja. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG, öffentlich unter kanzki.de/avv; die Kanzlei stimmt beim ersten Anmelden zu.
Eigene Kanzlei-Unterlagen durchsuchbarTextdokumente im Dialog, laut DATEV; mit Lizenz für MyDATEV Kanzlei auch Dokumente und Informationen dort. Tabellen und BWAs noch nicht.Ja. Kanzleihandbuch, Mandantenakten, Bescheide, Verträge und Tabellen, je Mandant ein Arbeitsbereich.
Fundstelle zu jeder AntwortAuf der Produktseite keine Angabe.Ja. Jede Antwort trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle.
Amtliche Quellen (Gesetze, BFH)Fachrecherche über LEXinform plus, laut DATEV lizenzpflichtig; Internetrecherche.Ja. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert.
Fachdatenbank eines VerlagsMit LEXinform plus ja, laut DATEV als eigene Lizenz.Nein. KanzKI hat keine Kommentare und keine Verlagsinhalte.
DATEV-AnbindungEr ist Teil von DATEV; die Einbettung in alle DATEV-Cloud-Lösungen folgt laut DATEV im Lauf des Jahres 2026.Lesend: Buchungsdaten eines Mandanten aus DATEV Rechnungswesen übernehmen und im Chat danach fragen. KanzKI schreibt nichts nach DATEV zurück.
Ein Zugang je Person, Team-VerwaltungJa, über die DATEV-Zugangsmedien und die Rechteverwaltung online.Ja. Jede Person hat ihren eigenen Zugang, der Admin der Kanzlei lädt per E-Mail ein; Chats und Dokumente sind privat oder für das Team.
Sprachmodell dahinterAuf der Produktseite nicht genannt; für die Prototypen der KI-Werkstatt nennt DATEV Microsoft Azure OpenAI.Wahl je Kanzlei: GPT-5.6 Sol von OpenAI über die Europa-Region oder Mistral Large von Mistral AI aus Frankreich.
Preismodell in WortenLaut DATEV kostenfreie Lizenz für Mitglieder mit Nutzungslimit; Fachrecherche und MyDATEV Kanzlei getrennt lizenzpflichtig.Ein fester Betrag je Kanzlei und Monat, nicht je Nutzer; Testphase vorab, Konditionen im Demo-Termin.

Wann DATEV Copilot die bessere Wahl ist

Wenn Ihre Kanzlei DATEV-Mitglied ist, kostet der Copilot laut DATEV nichts, sitzt in der Umgebung, die Sie ohnehin nutzen, und braucht keinen neuen Vertrag. Für Texte, Zusammenfassungen, Übersetzungen und die Analyse eines Textdokuments ist das ein Vorteil, den kein Werkzeug neben DATEV hat. Wer eine Lizenz für LEXinform plus hat, bekommt laut DATEV dazu eine KI-gestützte Fachrecherche, die KanzKI nicht bietet: KanzKI zitiert Gesetze und BFH-Urteile, aber keine Verlagsinhalte.

Dazu kommt der Weg, den DATEV geht: Der Copilot soll laut DATEV in alle Cloud-Lösungen eingebettet werden, also dort erscheinen, wo die Arbeit ohnehin stattfindet. Eine Kanzlei, die ihre Dokumente in MyDATEV Kanzlei führt, wird den Copilot dort haben, ohne etwas hochzuladen.

Und ehrlich gesagt: Probieren Sie ihn zuerst aus. Wenn Ihnen Texte, Zusammenfassungen und die Analyse von Textdokumenten reichen, brauchen Sie KanzKI nicht.

Wann KanzKI die bessere Wahl ist

KanzKI ist die bessere Wahl, wenn Sie Antworten brauchen, die nachprüfbar sind, und Unterlagen, die mehr als Fließtext sind. Jede Antwort von KanzKI trägt Fußnoten auf Dokument und Seite; ein Klick zeigt die Stelle. Steuergesetze und Urteile des Bundesfinanzhofs liegen auf dem Server der Kanzlei und werden mit Paragraf oder Aktenzeichen zitiert, ohne zusätzliche Lizenz. Tabellen, BWAs und Excel-Dateien liest KanzKI heute; eine Auswertung über einen Stapel Belege kommt als Excel-Datei zurück. Fristen, die in einem Bescheid stehen, findet KanzKI und rechnet sie nach der Abgabenordnung, bevor ein Mensch sie bestätigt. Und die Buchungsdaten eines Mandanten kommen aus DATEV Rechnungswesen, damit Sie im Chat danach fragen können.

KanzKI ist auch die klarere Wahl, wenn Sie wissen wollen, welches Modell antwortet und was danach mit der Frage geschieht. Die Kanzlei wählt zwischen zwei genannten Anbietern, beide speichern nach der Antwort nichts, und beide stehen mit Namen im Vertrag nach § 62a StBerG und Art. 28 DSGVO, der öffentlich unter kanzki.de/avv liegt. Die Dokumente liegen auf einem Server, der nur Ihrer Kanzlei gehört. Was die Seite Sicherheit verspricht, steht so im Vertrag. Was DATEV im Detail tut, steht im Datenschutz-Steckbrief, den DATEV verlinkt; lesen Sie ihn.

Was Kanzleien oft übersehen

Kostenfrei heißt nicht ohne Grenzen. DATEV nennt ein Nutzungslimit für den Copilot und lizenziert die Fachrecherche und MyDATEV Kanzlei getrennt. Rechnen Sie zusammen, was die Kanzlei wirklich braucht.

Der Wissensstand. Ein eingebauter Wissensstand vom September 2024 ist für eine Steuerfrage alt; DATEV ergänzt ihn laut eigener Angabe durch Internet- und Fachrecherche. Prüfen Sie bei jeder Antwort, aus welcher Quelle sie stammt. Was ein Wissensstand bei einem KI-Modell bedeutet, erklärt der Leitfaden Was ist ein KI-Modell?.

Die Internetrecherche. Eine Frage, die der Copilot im Internet recherchiert, verlässt die DATEV-Cloud zumindest in Teilen. Was dabei die Kanzlei verlässt und wie KanzKI die Internetsuche löst, steht im Leitfaden KI mit Internetsuche. Wie die KI-Werkstatt arbeitet, aus der der Copilot stammt, beschreibt der Leitfaden zur DATEV KI-Werkstatt.

Die Schulungspflicht gilt für beide Werkzeuge. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Mitarbeiter; mehr dazu im Leitfaden zur KI-Kompetenz.

Wer prüft die Antwort. DATEV schreibt selbst, dass der Copilot Vorschläge liefert und die fachliche Entscheidung bei den Anwendern bleibt. Das gilt für KanzKI genauso. Der Unterschied liegt darin, wie leicht die Prüfung fällt: eine Fußnote auf Seite 3 des Bescheids oder eine Zusammenfassung, zu der man den Bescheid erst suchen muss.

Häufige Fragen

Was kostet DATEV Copilot?

Laut DATEV ist die Lizenz für Mitglieder kostenfrei; sie wird im DATEV-Shop bestellt und in der Rechteverwaltung freigeschaltet. Die Fachrecherche über LEXinform plus und die Zusammenarbeit in MyDATEV Kanzlei sind laut DATEV getrennt lizenzpflichtig, und für den Copilot gilt ein Nutzungslimit.

Kann DATEV Copilot meine BWA oder eine Excel-Tabelle auswerten?

Nach unserem Stand noch nicht. DATEV schreibt auf der Produktseite, dass die aktuelle Version Fließtexte und Textdokumente wie Word oder PDF analysiert und dass die Auswertung strukturierter Daten wie BWAs, Tabellen oder Excel-Dateien in späteren Ausbaustufen kommen soll. KanzKI liest Tabellen heute und gibt Auswertungen als Excel-Datei aus.

Wo verarbeitet DATEV Copilot meine Daten?

Laut DATEV in der DATEV-Cloud mit klaren Vorgaben zu Datenschutz und Governance. Für Prototypen der KI-Werkstatt schreibt DATEV, dass Eingaben über das DATEV-Rechenzentrum an Microsoft Azure gehen, dort vorübergehend verarbeitet, nicht dauerhaft gespeichert, nicht an OpenAI weitergegeben und nicht zum Training genutzt werden. Welches Modell im Copilot antwortet, nennt die Produktseite nicht.

Ersetzt KanzKI meine DATEV?

Nein. DATEV bleibt die Kanzleisoftware, KanzKI liest Buchungsdaten daraus und beantwortet Fragen dazu. DATEV Copilot und KanzKI sind beide Ergänzungen; der eine sitzt in DATEV, der andere hält die Unterlagen der Kanzlei auf einem eigenen Server.

Soll ich erst DATEV Copilot ausprobieren?

Ja, wenn Sie DATEV-Mitglied sind: Die Lizenz ist laut DATEV kostenfrei, und Sie sehen in einer Woche, ob Ihnen Texte, Zusammenfassungen und die Analyse von Textdokumenten reichen. Wenn Sie danach Fundstellen auf die Seite, Gesetze und BFH-Urteile als Quelle, Fristen aus Bescheiden oder Auswertungen aus Tabellen vermissen, ist der Demo-Termin bei uns der nächste Schritt.

Quellen

  1. DATEV-Shop: DATEV Copilot (Art.-Nr. 90431)
  2. DATEV: KI im Kanzleialltag, DATEV Copilot
  3. DATEV: KI-Werkstatt, KI-Prototypen testen
  4. § 62a StBerG: Inanspruchnahme von Dienstleistungen
  5. BStBK: FAQ KI im steuerberatenden Berufsstand (Stand 27. Januar 2026)

Dieser Vergleich gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter wieder; Produkte ändern sich, und wir prüfen die Angaben regelmäßig nach. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an support@code15gmbh.de.

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